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Als ich 1997 das erste Mal nach Palästina reiste, war ich beeindruckt von der Geschichte dieses Landes. Wo auch immer man geht und steht, ist Geschichte und sogar fast jeder Stein hat seine Bedeutung. Das verursacht eine Ehrfurcht und damit verbunden auch Befangenheit. Bald nach den ersten erklärenden Gesprächen kann man das Leben in diesem Land mit ganz anderen Augen sehen. Am meisten beeindruckt hat mich das Marktleben in Städten wie Bethlehem. Diese Vitalität, diese Vielfalt - man kann regelrecht den Puls des Lebens spüren. Die Gewänder der Frauen sind wunderschön. Die gestickten Muster auf ihren Kleidern sind wie eine Wegbeschreibung zu ihren Dörfern, man muss nur lernen, die "Schilder" richtig zu lesen. Einige der Fotos sind im Asker Flüchtlingslager in Nablus aufgenommen worden. Dort leben die Menschen schon seit der ersten Flüchtlingswelle 1948, wie zum Beispiel Im Mahmad. Sie und ihr Ehemann stammen aus Jaffa, von wo sie vertrieben wurden. Ihr Schicksal hat mich ganz besonders bewegt. Sie existieren in zwei engen, dunklen Räumen, in den sich ihr gesamter "Besitz" befindet. Ich traf auch auf Hyned, eine junge Frau, die gerade eine Ausbildung zur Krankenschwester macht. Obwohl muslimische Frauen sich nur sehr ungern fotografieren lassen, war sie doch ein williges "Opfer" und freute sich über das Interesse an ihrem Krankenhaus. Die Frauen im Flüchtlingslager versuchen, sich eine Zukunft aufzubauen. So können sie verschiedene Berufe erlernen, wie zum Beispiel Friseuse oder Näherin. Heyam, eine Ausbilderin, war ganz stolz auf das Erreichte. |