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Thomas
Altmann, Mitteldeutsche Zeitung, 26.04.01
Ausstellung
Kinderaugen und Grenzen
Anja H. Förster zeigt
Bilder aus Palästina
Von Thomas Altmann
Dessau/MZ.
Klare, offene Kinderaugen jenseits der Trennlinie, über welche geworfene
und geschleuderte Steine in die eine Richtung und Gummigeschosse aus fünf
Gramm Stahl und zwei Gramm Gummi in die andere Richtung fliegen, erwecken
unbedingt Emotionen. Einige Fotografien blenden den Hindergrund aus,
lösen kugelrunde, beinahe schwarz strahlende Kinderaugen aus ihrem Umfeld.
Andere Fotos sind durchgezeichnet. Ein Kind spielt im Dreck vor einem
Schild - "Stop! Border in Front of you" ist unter arabischen
Schriftzeichen zu lesen.

"Das
vergessene Volk - Bilder aus Palästina" hat Anja H. Förster ihre
Ausstellung überschrieben, die bis zum 11. Mai im Multikulturellen
Zentrum in Dessau zu sehen ist. Die Fotografin, deren Bilder sich irgendwo
zwischen der Geschwindigkeit des Fotojournalismus und der Ruhe kunstvoll
ausgeleuchteter Aufnahmen bewegen, war mehrmals in Palästina, vor und
nach der Al-Aqsa-Intifada und kurz bevor Sharon Ministerpräsident wurde.
Die junge Fatima, welche die Fotografin getroffen und wieder besucht hat,
war noch 1999 stolz, mit israelischen Schulmädchen Kontakt zu haben.
Jetzt klebt sie Wandzeitungen mit Bildern von Märtyrern. Die Hoffnung auf
Frieden ist in weite Ferne gerückt.
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Mehrere
Farbfotografien zeigen den Felsendom, dessen imposante, goldene Kuppel
sich über eine Steinplatte wölbt, von der aus Muhammed in den Himmel
aufgestiegen sein soll, um die göttlichen Offenbarungen zu erfahren.
Ausgerechnet auf dem Berg, wo einst der jüdische Tempel stand und nur
einen Katzensprung von der Klagemauer entfernt, den letzten Rest des
Tempels, auf den kein Jude mehr verzichten will. Den Schlüssel zu den
Toren des heiligen Geländes besitzen die Moslems. Nicht selten lehnen
Gewehre betender, jüdischer Soldaten an den Quadern der Mauer. Neben
diesem immer währenden Konflikt kommen andere Problem hinzu, Streit um
Wasser, Land und Macht.
Im
zerstückelten, heiligen Land geht es christlichen Palästinensern nicht
viel anders als muslimischen, pendeln arabische Bürger Israels zwischen
Grenzen, die eng und allgegenwärtig sind. Wie sehr der Krieg zum Alltag
gehört, zeigen Försters Fotografien, auf denen Kinder mit Soldaten
spielen oder Bilder von Plakaten, die den Freiheitskampf und dessen
Märtyrer thematisieren.
Was Anja
H. Förster vor allem interessiert sind "Menschen wie du und ich".
Nur, dass hierzulande wohl kaum jemand sitzend und an Ort und Stelle
seinen Mittagschlaf verbringt, wie es ein Mann sichtlich entspannt auf
einem Foto tut. Gesichter und Gesten alter Menschen erzählen dort, wo
jeder Stein unendlich viel zu berichten weiß, weit mehr als nur die
Geschichte des eigenen Lebens. Auch eine junge Frau ohne Schleier, eine
palästinensische Krankenschwester, lässt sich entgegen der Gewohnheiten
fotografieren. Förster bittet die Menschen meist um Erlaubnis, bevor sie
den Auslöser drückt, auch die vielen Kinder, die zwischen allen Grenzen
viel zu früh um ihre Kindheit betrogen werden.
Es gibt
viele Bilder vom Heiligen Land. Und wenn irgendwann wieder eine Hoffnung
auferweckt wird oder ein Traum des Nachts auf einer Himmelsleiter ins
Unendliche schaut, dann wird dieses wohl wieder dort geschehen: Ein alter
Mann blickt mit dem Rücken zur Kamera in offenes Land -vielleicht träumt
er vom Frieden.
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Volkstimme
Biber, 29.03.01
Fotografien von Anja
Förster
Die Menschen hinter den
Schlagzeilen

Die
Schönebecker Fotografin Anja Förster reiste durch Palästina. Mit der
Kamera war sie auf der Spur nach dem "vergessenen Volk". Bilder,
die sie bei ihren Reisen zwischen 1997 und 2000 machte, stellte sie zu
einer Ausstellung zusammen, die bereits in Dresden und in Großbritannien
gezeigt wurde. Ab sofort ist sie im "einewelthaus" Magdeburg zu
sehen.
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Die Bilder
beschreiben das Leben und die Menschen in Palästina. Auffällig ist die
Einfachheit der Bilder. Gerade darin liegt ihre Schönheit und
Besonderheit. Es sind ganz normale Menschen, denen Anja Förster in
Palästina begegnet ist. Die Fotografin möchte auf diese Weise die
Geschichte ihres Lebens, ihrer Sorgen und Probleme darstellen. "Fast
jeden Tag wird in den Medien von Konflikten berichtet, doch die Menschen
hinter den Schlagzeilen werden meist vergessen", erklärt Anja
Förster. In ihren Bildern will sie deshalb zeigen, wie die Menschen dort
leben und leiden, ihr Leben in seiner Vielfalt deutlich zu machen. Das
gelingt mit eindrucksvollen Fotos. Vor allem Porträtaufnahmen von Frauen
und Kindern werden gezeigt.
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Summer
Lei Shidler, Buzz, South Wales Entertainment Listings, March 01
The Forgotten People

Anja
Foerster's third photographic exhibit in Cardiff promises to be just as
moving, complex and powerful as her previous two. The showing in Cardiff
is part of a continuing world tour stopping in Germany, Sweden, Tunisia
and France. The pictures in this exhibition were taken during Anja's
journeys through Palestine between 1997 and 2000. They describe the lives
of the people she met, as well as her feelings and impressions about the
place and it's inhabitants.
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The
majority of the images are portraits of women and children. What might be
surprising to the viewer is the simplicity of the pictures. Within their
simplicity, though, lies their beauty and uniqueness. The people of
Palestine were nothing exceptional - they were just normal people. The
photos simply tell their story, revealing their anxieties and their
problems. Anja pays close attention to the eyes of her subjects, a key in
catching the character of the person - and the attention of the viewer.
She experiments with an off-centre focus, putting more in the picture than
just the subject, and this draws the attention even more than the centre
portraits, adding a hint of unseen story. In this way it was possible for
Anja to capture their everyday life and their struggle for liberation at
the same time. During her trips, she met Palestinians who had lived in
refugee camps all their lives and who hadn't anything of their own except
those lives. She also met Palestinians who had moved back to Palestine to
rebuild their lives and some living in Israel. The photos attempt to
reflect this diversity and the problems that are connected to it.
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