Ist schon komisch, wenn man erst einmal in den google Kalender schauen muss, um zu wissen, welches Datum gerade ist und das um 22:25. Da verging der ganze Tag und ich wusste nur, dass es Freitag ist. Ich muss wohl Ferien haben.

Die erste volunteering Woche in Cullerne Garden ging heute zu Ende. Zur Feier des Tages, haben wir uns den Nachmittag frei ‚genommen‘. Einfach mal so, wir mussten uns ja nicht einmal abmelden.

Freitagvormittag ist Erntezeit. Dieses Mal habe ich Kohlrabi geernet. Es waren Prachtexemplare. Eine meiner Mitstreiterinnen, die aus Mexico kommt, kannte Kohlrabi gar nicht. Also habe ich ihr eine Kostprobe gegeben und wir haben sie uns schmecken lassen. Nach der Teepause haben Alina, Lara und ich die restlichen Basilikumpflänzchen gesetzt.Geschafft. Glocke klingelt – tuning out… so nennt man das hier in Findhorn. Bei Arbeitsbeginn gibt es ein ‚tuning in‘ und am Ende das ‚tuning out‘. Das ist ein festes Ritual. Dabei stehen alle in einem Kreis und aufgepasst – halten sich bei den Händen. Nur nicht irgendwie, sondern in einer vorgeschriebenen Weise, die nicht einmal der beste Schriftsteller so beschreiben könnte, dass ihr die Leser nachkämt. Also lasse ich es ganz. Wir halten also die Hände. Punkt. Ist noch speziell so für mich als gebürtige Deutsche, die lange in Grossbritannien gelebt hat, wo man sich nicht mal zur Begrüssung die Hand gibt. Hier oben ist eben alles ganz anders.

Mit diesem Vormittag hatten wir uns wieder genügend meal tickets erarbeitet, um in Saus und Braus zu speisen, und das taten wir dann auch.

Eigentlich wollten die Mädchen und ich an unserem ersten freien Nachmittag einen Ausflug machen, dann hatten sie aber ein anderes deutsch sprachiges Mädchen in ihrem Altern kennen gelernt und Mama’s Plan ging den Bach runter. Also quatschen wir Frauen und liessen die Kinder Kinder sein.

Vor lauter Quatschen hatte ich dann fast noch mein SoulCollage® Reading mit meiner guten Freundin Agne vergessen. Aber dank meinem neuen besten Freund Smartphone Sony, ging der von mir vorsorglich eingegebene Alarm los und ich raste mit nun drei Kindern nach Hause. So schnell kann man Schwangerschaft, Geburt … überspringen.

Am Abend fuhren wir wieder zurück nach Findhorn. Zum einen, um das dritte Kind wieder ihrer rechtmässigen Besitzerin zu übergeben und zum anderen, um einem Konzert im Community Centre zu lauschen. Schön war’s. Allerdings fielen mir nach 21:00 schon die Augen zu. Ich merke ganz deutlich, dass ich nicht mehr 20 bin und diese erste Woche mit täglich 2 x 8 km Fahrrad fahren, täglicher Gartenarbeit an der frischen Luft – für mich als Büroexpertin eine wirkliche Herausforderung war. Hatte ich schon erwähnt, dass mir seit Tagen mein Hinterteil weh tut? Wann genau geht der Muskelkater vorbeit?

Jetzt ist Wochenende. Zeit, sich zu erholen.

day11