Laos. Savannakhet.

Freitag der 13 !!! Was soll ich da nur erwarten?

Bis am Vorabend waren wir uns noch unschlüssig, ob wir noch einen Tag bleiben würden oder weiterreisen. Aber Stéphane brauchte dringend wieder einen Arbeitstag, also „bleiben wir“ war die Entscheidung. Dafür gönnten wir uns aber ein unsagbar gutes Frühstück im Lin’s Café.

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Da gab es tolle Sachen und ich habe meinen neusten Lieblingskaffee entdeckt. Eigentlich hatte ich mir einen türkischen Kaffee bestellt, da aber die Dame kaum Englisch verstand, wurde mir ein Kaffee mit Kokosnussmilch gebracht. Ich war schon skeptisch, aber der hat wirklich so toll geschmeckt, dass ich mir später noch einen zweiten bestellen MUSSTE.

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Wir hatten alles von einem Amerikanischen Frühstücksteller mit Ei, Tomaten, Speck, Brot und Früchtesalat, über Pancakes und French Toast. Dazu gab es Fruchtshakes. Wir waren zum Schluss so satt, dass wir kein Mittag gegessen haben.

Danach ging es für Stéphane „ins Büro“ und für uns in den Wat Sainyaphum. Aber bevorDSC_0350[1]
wir dort ankamen, sahen wir vier ältere Herren Domino spielen – um Geld. Wir haben das Spiel eine Weile verfolgt. Aber so ganz verstanden haben wir nicht, wer warum und wann gewinnt. Und es war laut, denn immer wenn jemand einen Stein anlegen wollte, hat er ihn vorher laut auf die Fliesen geknallt.

DSC_0363[1]Wat Sainyaphum ist der älteste Tempel in Südlaos. Im Innenhof hat es noch eine Besonderheit. Hier gibt es eine „Produktionsstrecke“ für goldene Buddhas. Wir haben verschiedene Arbeitsschritte gesehen: Kleben, Anmalen, Formen. „Die Buddhas sahen am Ende richtig schön aus.“ sagt Alina

Die ganze Zeit, also wir uns die Buddhas ansahen, beobachtete ich immer wieder Frauen in den Tempel gehen und rauskommen. Also sind wir drei Frauen auch rein gegangen, haben uns hingesetzt und waren sofort im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Alina wurde fotografiert wie ein Superstar und ihr Arm wurde kontrolliert, ob er auch echt ist. Die Damen redeten auf sie ein – in Laotisch – und Alina wurde es langsam unheimlich, denn sie verstand ja kein Wort. Unsere kleine schüchterne Tochter legte sich also auf meinen Schoss und kuschelte verlegen. Dann entdeckte ich, dass einige Frauen Blumen etwas DSC_0382[1]machten. Die Blütenblätter wurden gefaltet. Also schickte ich die beiden zu der Gruppe zum Anschauen und vielleicht sogar mitmachen. Und als ich auch vorne war, sah ich so etwas wie einen Sarg und plötzlich fragte ich mich, ob wir in eine Trauerfeier geraten waren. Aber es wurde nicht getrauert, nein, die Leute haben zelebriert. Und später erfuhren wir, dass ein Mönch gestorben war.

DSC_0393[1]Danach war Mittagspause und später gingen wir ins Dinosaurier Museum. Ein Ort, der den Namen Museum sich vielleicht erst noch verdienen muss. Die Beschriftungen sind auf Laotisch und Französisch. Ich habe dann um Englische Erklärungen gebeten und irgendwann fanden wir eine Biochemiker, der uns half, die riesigen Knochen zu verstehen. In Laos und Vietnam wurden viele Dinosaurier gefunden.DSC_0399[1]

Was toll war, war dass uns der Biochemiker echte Knochen und riesige Malachitsteine in die Hand gegeben hat. So etwas würde es wohl bei uns nicht geben. Sie haben dort sogar zwei Meteoriten liegen.

Im Anschluss ging es auf die Suche nach ärztlicher Unterstützung. Meine Erkältung wird und wird nicht besser. Die Nase ist am ständigen geschnaubt werden wollen und seit gestern Abend tut mir der Kiefer noch zusätzlich weh. Die Klinik war zu. Also kein Arzt. Weiter suchen. Dann fand ich einen Arzt, der seine eigene Klinik hat und am Fernseh schauen war, mein Gott, hier gibt es wohl keine kranken Menschen, oder er ist so schlecht, dass keiner zu ihm geht… waren so meine Gedanken. Aber seine Erklärungen leuchteten mir ein. Ich solle mir doch Ruhe gönnen 🙂 Und ich nehme jetzt Kinder-Algifor-Tabletten gegen die Entzündung.

Zum Abschluss des Tages sahen wir noch eine katholische Hochzeitsgesellschaft. Damit wollten wir den Tag ausklingen lassen.

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Also eigentlich wäre der Freitag, 13. gar nicht so ein schlechter Tag gewesen, aber Alina hatte heute Abend den Blues. Sie vermisst ganz schrecklich ihre Grosseltern auf beiden Seiten und ist ganz fleissig am Planen, was sie mit ihnen machen möchte, wenn sie sie im Juli 2016 wieder sehen wird. Es fehlt ihr das „Knuddlen, das Backen, das Werkeln, das Sticken, das Knutschen, das Mäuschen genannt werden… einfach die Liebe der Grosseltern.

Uns so wie Alina ihr Grosseltern vermisst habe ich heute früh auch eine Bitte um mehr persönliche Nachrichten ins Weltall gesendet. Und ich wurde erhört. Danke an alle, die sich heute bei mir gemeldet haben. Ich weiss es wirklich, zu schätzen.