Kambodscha. Siem Reap

Über den heutigen Tag gibt es eigentlich nicht so viel zu schreiben. Nach einem Monat Laos, fühle ich mich irgendwie etwas verloren in Siem Reap. Es ist laut, der Verkehr ist schrecklich, die Preise sind hoch, das Angebot überwältigend und die Menschen reden auf einmal alle wieder Englisch. Wo sind die Frauen mit den schönen Röcken? Weg. Jetzt haben sie „Schlafanzug-ähnliche“ Sachen an. Wo sind die ganzen Strassenverkäufer hin mit dem guten Essen? Weg. Hier muss man suchen, um preisgünstiges Essen zu finden.

Um uns zu finden, sind wir einfach mal losgezogen, Stadt erkunden, sim Karte kaufen, frühstücken etc. Dabei fanden wir das Ivy Gästehaus und ein Zimmer zum Verlieben. Am Morgen hatte ich schon in unserem anderen Gästehaus gesagt, dass wir eine weitere Nacht bleiben würden. Würden wir aus-checken können und wechseln? Wir wollten es probieren. Also zurück zu unserem Gästehaus und den Versuch starten, der ging allerdings vollständig nach hinten los. Der Besitzer war ziemlich sauer und hatte angeblich schon anderen abgesagt. Also mussten wir die Nacht noch bleiben. Später am Abend überlegte ich mir, dass er sicherlich nicht die Wahrheit gesagt hatte, denn am Tag unserer Ankunft hatte er uns angeblich zwei 4-er Zimmer reserviert, so dass wir aussuchen könnten. Quatsch. Er wusste von Anfang an, dass wir nur ein Zimmer nehmen, und hätte er jemanden gehabt, der auch ein 4-er Zimmer hätte haben wollen, hätte er es sicherlich vermietet. Aber gut. Er ist Geschäftsmann und der amerikanische Einfluss ist hier deutlich spürbar. Hier geht es, ums Geld verdienen. Nach dem Ende des Krieges in 1993 hat die USA sehr viel Geld in Kambodscha investiert, und das ist sicht- und spürbar.

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Sandsteinarbeiten
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Holzschnitzerei
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Lackarbeiten
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Kupferarbeiten
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Seidenmalerei
Nach dem unangenehmen Gespräch mit dem Besitzer, war die Stimmung in der Familie am Boden und jeder hing so seinen Gedanken nach oder schlief etwas. Gegen 14 Uhr machten wir uns dann wieder auf die Socken, ich wollte gerne die Les Chantiers Ècoles besuchen. Dort lernen junge Menschen alte Kambodschanische Kunsthandwerke. Wir sahen die verschiedensten Methoden. Auch taub-stumme junge Menschen lernen hier. Die Schule ist beeindruckend und die Ergebnisse sind wunderschön. Ich bin froh und dankbar, dass wir mit Rucksack reisen und unser Budget es nicht erlaubt, dort einzukaufen, aber ich zeige euch mal, was ich mir für 2270 US Dollar so wahnsinnig gerne gekauft hätte. Und hier das Original.

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Anschliessend haben wir uns auf den nächsten Tag und die Besichtigung von Angkor vorbereitet. Fahrräder mieten. Rucksäcke packen. Früh ins Bett gehen. Denn der Sonnenaufgang ist um 6 Uhr morgens und die Fahrradtour nach Angkor sind schon 8 km. Gute Nacht Welt.