Kambodscha. Phnom Penh

Russian Market

Alina wollte gerne mal wo anders frühstücken als immer „nur“ im Gästehaus. Also machten wir uns auf den Weg und fanden auch bald ein schönes Café.

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Genau gegenüber war eine Montessori Schule. Ich witzele schon seit Tagen, dass wir nach Phnom Penh ziehen sollten, ich könnte reichen Kindern Englisch beibringen, die Kinder könnten in eine der vielen internationalen Schulen gehen und Stéphane könnte einfach weiterarbeiten 🙂 Nein, nein, keine Angst… aber träumen darf doch mal erlaubt sein.

Auf jeden Fall fühle ich mich hier wohl. Gleich um die Ecke vom Café fanden wir dann noch eine französische Bäckerei, und deckten uns für den späteren Hunger mit leckerem Brot ein.

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Und dann ging es weiter in Richtung Tual Sleng Genocide Museum, dann dort hatte ich am Vortag eine Früchtesäfte gekauft. Und als wir im Café waren, wo alles drei mal so teuer war als in unserem Gästehaus, versprach ich den Kindern einen tollen Früchtesaft, wenn sie warten würden. Und versprochen ist versprochen und wird nicht gebrochen. Ausserdem wollte ich Lara einen Laden zeigen, den ich auch am Vortrag entdeckt hatte. Das Cha. Es ist ein gemeinnütziger Verein, der behinderten Frauen hilft. Sie können hier nähen und weben lernen, um später einmal ein selbstständiges Leben zu führen. Im hinteren Teil sind die Frauen am Arbeiten und im vorderen Teil ist der Verkaufsladen. Wunderschöne Sachen. Und da Lara gerne näht, dachte ich mir, es würde sie interessieren. Natürlich mussten wir uns dann auch noch etwas kaufen, wie hätte es auch anders sein können 🙂

Mein Traum wäre es, dem Cha und ähnlichen Organisationen zu helfen, ihre Produkte in Europa zu verkaufen. Der Profit würde vollständig wieder an den Verein und damit an die Frauen gehen. Wir haben hier, und auch schon in Laos, tolle Projekte gefunden, die es wert wären, zu unterstützen. Der Gedanke muss einfach noch in mir reifen, aber irgendwie würde ich so gerne helfen. Und es wäre so einfach, die handgefertigten Sachen zu verkaufen, denn sie sind wunderschön.

Weiter ging unser Weg durch die Stadt in Richtung Russian Market. Das wollten wir uns auf jeden Fall ansehen.

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Und der ist crazy. Hier bekommt man wieder alles, von Obst, Gemüse, Fleisch, Haushaltswaren, Kleidung, Kunsthandwerk, DVD, elektrische Gadgets, Sonnenbrillen… einfach alles. Nur nicht immer das, was man gerade sucht. Wir verbrachten unsere Zeit mit der Suche nach einem „No tuk tuk“ t-shirt, denn dass wurde langsam nervig. Kontinuierlich wurden wir gefragt „Tuk Tuk?“  Also suchten wir und suchten wir. Irgendwann fragte ich mal und wie mit Zauberei erschienen verschiedene Exemplare vor unserer Nase. Wir mussten also nur von Stand zu Stand gehen und immer wieder fragen. Manchmal gefiel uns die Farbe nicht, manchmal gab es nicht die richtige Grösse. Lara trägt mittlerweile eine S – erschreckend. Ich fand ein super schönes Tin Tin t-shirt und wollte es mir später dann holen, nur dass ich es dann auch nach riesigem Suchaufwand nie wieder fand. So ist das Leben.

Ich persönlich liebe solche Märkte, auch wenn es idiotisch ist, was und wie viel es dort alles gibt. Auf jeden Fall ist es ermüdend. Nach einem erfolgreichen t-shirt Kauf für Lara gönnten wir uns ein tuk tuk für die Heimfahrt. Peinlich war nur, dass sie immer noch das „No tuk tuk“ t-shirt trug.

Den Sonntagabend liessen wir ganz gemütlich ausklingen. Malen. Spielen. Ein bisschen Essen. Ein Bier. Ich war auf YouTube zufällig auf ein video mit einem Interview der Girlmore Girls gestossen. Einer meiner Lieblingsshows. Und so lag ich im Bett und lachte und schmunzelten über ihre Antworten. Wer die Show nicht kennt… es ist eine mehrschichtige Mutter-Tochter Geschichte, die auf der einen Seite eine Beziehung zeigt, die wie beste Freundinnen ist und auf der anderen Seite alle Konflikte und Probleme beleuchtet, wenn wir Kinder einen anderen Weg einschlagen, als erwartet wurde. Dazu eine Prise Kleinstadtflair und voila fertig ist das Konzept.