Myanmar.

Hsipaw.

Hsipaw ist mitten im Shan Gebiet, und bekannt für seine Wanderungen. Leider sind die meisten organisierten Wanderungen ca. 7-8 Stunden lang, also nichts, was man mit zwei Kindern machen kann. Und auf der anderen Seite des Spektrums gab es zwei ½ Tagestouren. Nach langem hin und her haben wir uns für eine Wanderung entschieden, die ca. 6-7 Stunden uns zu einem Wasserfall und zu einem Shan Dorf führen sollte.

Wir verliessen also gegen 9 Uhr unser Gästehaus mit unserem Wanderführer. Und kurz danach standen wir vor einer Reismühle. Wir hatten ja nun schon Reis geerntet, Reis gedroschen, Reissteine verbaut aber noch nie eine Reismühle gesehen. Also rein und schauen. Es war schon interessant, auch wenn uns keiner etwas erklärte. Aber den Ablauf konnten wir ungefähr erkennen.

DSC_3376[1]Nicht weit entfernt sahen wir Reisnudeln, die zum Trocknen aufgehängt waren. Es gibt hier sogar verschiedene Reisnudeln. Die Shan Nudeln sind angeblich klebriger und dicker. Das Machen konnten wir leider nicht sehen, denn die Fabrik beginnt um ca. 2 Uhr nachts mit der Arbeit, so dass die Nudeln am Morgen zum Trocknen rausgehängt werden können. Nach einem Tag draussen sind sie fertig. Es wäre schon interessant die Herstellung zu sehen, aber ich stehe bestimmt nicht nachts um 2 Uhr auf dafür. Nein danke! Man beachte bitte die winterliche Kleidung: gestrickte Mützen, Fliesjacken, lange Thermounterhosen unter der Hose und Strümpfe. Die Handschuhe hatten sie schon ausgezogen.

DSC_3394[1]Weiter ging unsere Wanderung durch Reisfelder, wo Lara sogar einen Wasserbüffel streicheln durfte. Wir lernten, dass ein guter Wasserbüffel genauso viel kostet wie ein maschineller Pflug (nämlich um die 2000 US Dollar). Viele Familien ersetzen jetzt ihre Wasserbüffel mit Maschinen und verbrennen deshalb das Reisstroh, was sie früher immer als Futter aufgehoben haben. Deshalb sieht man überall auf den Feldern verbrannte Erde. Wir erfuhren auch, dass man einem Wasserbüffel nicht mit roter Kleidung begegnen sollte. Sie reagieren darauf ähnlich wie Stiere, die wörtlich gesprochen „rot sehen„. Lara musste also ihre rosa/violette Jacke bei mir lassen, bevor sie an den Büffel rangehen konnte.

Es war interessant, unserem guide zu zuhören. Hier werden die Felder 2x pro Jahr bestellt. Zuerst kommt Reis, und wenn der geerntet wurde, wird Gemüse angebaut. Wir sahen Bohnen, Blumenkohl, Tomaten, Knoblauch und Zwiebeln. An Früchten sahen wir Papaya-, Bananen und Jackfruchtbäume. Es gab sogar Sonnenblumen. DSC_3404[1]Auf dem Weg zum Wasserfall kamen wir auch an abgelegenen Hütten vorbei. Komisch war die Mischung: Solarpanele und Satellitenschüssel und gleichzeitig Wasserbüffel und Bambushütten. Die technischen Sachen werden alle aus Thailand oder sogar noch billiger aus China gekauft, so dass z.T. ein Solarpanel 60×40 cm nur um die 6 US Dollar kostet. Wenn wir wieder daheim sind, schauen wir mal, ob das auch in Europa möglich ist.

DSC_3408[1]Nach einem steinen Anstieg kamen wir endlich am Wasserfall an. Es hätte die Möglichkeit bestanden, zu baden, aber irgendwie war es doch immer noch recht kalt, so dass wir nur eine kurze Pause machten, bevor es weiter ging.

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Der Weg war grundsätzlich nicht schwer. Wir kamen nur ein-zwei Mal an einem Bach vorbei, über den nur ein schmaler Steg führte. Manchmal wagte ich mich rüber, an einer Stelle ging ich lieber durch den Bach. Mir machen solche akrobatischen Einlagen immer noch Angst. Ich kann mir zwar immer wieder sagen, ich muss nur geradeaus schauen und dann geht es schon, aber es geht eben nicht. Die Angst kommt aus dem nichts und dann stehe ich völlig paralysiert da und mich muss jemand an die Hand nehmen. Lara und Alina sind bereits Experten und helfen mir immer. Manchmal denkt Stéphane, dass sie es nicht schaffen, aber sie schaffen es. Alles was ich brauche, ist eine feste Hand.

Die nächste Etappe vom Wasserfall zum Shan Dorf war die anstrengendste. Nicht weil der Weg so schwierig war, sondern weil wir müde wurden. Wir sind halt nicht so fit. Ich erinnerte mich, wie ich diese Wanderungen als Kind immer gehasst habe, und jetzt tue ich es meinen Kindern an. 🙂

DSC_3426[1]Im Shan Dorf angekommen gab es eine typische Shan Nudelsuppe.

Und nach einer kurzen Pause, machten wir uns auf den Rückweg. Vor den meisten Häusern sahen wir Frauen, die Bambus klein schnitten, um es zum Zusammenbinden zu nutzen, oder um damit Fächer zu machen. Wir konnten auch einem Mann zuschauen, der einen Bambusstuhl machte. Bambus ist hier ein vielfältig genutztes Baumaterial im Hausbau, um Dächer zu decken und Möbel herzustellen,

Kurz vor Sonnenuntergang waren wir wieder in Hsipaw und gönnten uns einen Mr. Shake shake. DSC_3343[1]