Ein traumhaft schöner Tag – so könnte man den Gestrigen beschreiben.

Nach einem späten und ausgedehnten Frühstück machten wir uns auf zu einer Exkursion. Vor fast genau einem Jahr nahmen wir nämlich an der Family Experience Week at the Findhorn Foundation teil und verbrachten einen wunderschönen Nachmittag am Strand. Damals wurden wir mit dem Bus gefahren und natürlich achtete ich nicht auf den Weg. Aber irgendwie hatte ich so eine Ahnung und wir fuhren zu Roseisle – in der Schweiz würden wir es eine Familien Feuerstelle nennen. Eine Lichtung im Wald mit einem Spielplatz, mehreren Grillplätzen und einem direkten Zugang zur Nordsee.

Dort verbrachten wir mehrere Stunden damit, eine Feenlandschaft im Sand zu bauen, uns eine Sandschlacht zu geben, uns selber mit Glitter und Glitzer zu bespenkeln und zu spielen. Traumhaft. Zum Schiessen. Zum sich kugelrund Lachen.

Als der Hunger die Mehrheit der Sandgespenster befiel, entschied sie sich, Essen zu fahren und ich mich, den Weg am Strand zurück zu legen. Ich hatte keine Ahnung, wie lange ich laufen würde. Ich hatte keine Ahnung, ob ich mich zurück finden würde. Aber ich wusste einfach, dass ich dort gehen wollte. Also verabschiedetet ich mich auf ungewisse Zeit und trabte los.

Diese fast zwei Stunden waren unter den besten, die ich bis jetzt auf dieser Abenteuerreise erlebt habt. Wie kann ich euch den Weg beschreiben? Zu meiner linken waren Tannenbäume in einem unglaublich intensiven grün. Die Sedimentschicht, in denen die Tannen standen war deutlich zu sehen und manche Bäume waren weggebrochen. Es war Ebbe. Die Nordsee hatte sich ca. 10-15m zurückgezogen. Zeitweise war ich ganz allein. Die Mächtigkeit der Natur ist in den Momenten fast unerträglich, erlaubte mir allerdings, ein erstes Wort mit dem Universum und meinem Ego zu haben. Ich debattierte meine berufliche Situation, meine Erfolge, meine Misserfolge, meine Träume, meine Bedürfnisse und stellte mir die eine oder andere schmerzliche Frage. Dieser Spaziergang war einer der Schönsten, die ich jemals gemacht habe. Und ich bin kein Fan von Spaziergängen.

Irgendwann gegen 18:00 kam ich endlich in Findhorn an und traf auf den Rest der Crew. Dann fing es an mit regnen und wir machten uns auf den Weg nach Hause. Chinesisches Takeaway war meine Belohnung für den Marsch.

Am Abend habe wir einfach nur beeinander gesessen und jeder ging irgendwie seinem Ding nach. Stéphane hatte Hotline Support mit meinem Papa, die Kinder lasen und machten später französisch Hausaufgaben, Satya und ich redeten und irgendwann schauten wir uns noch ein paar witzige Videoclips auf youtube an. Wenn ihr mal unbedingt lachen müsst, weil alles nervt und nichts klappt: Hier ist meine Playliste:

  1. Ylvis – Intelevator

  2. Bob Newhart-Stop It

  3. A Conference Call in Real Life

day20