NZ

Auckland – Papamoa

Gab es da nicht den Film, The Day after Tomorrow? Heute fühlte sich ein bisschen an, wie der Tag nach Freitag, dem 13.

Eigentlich hätte ja heute morgen alles glatt laufen sollen, EIGENTLICH. Ich war kurz nach 7 Uhr morgens bei der Mietwagenfirma, um die Unfallunterlagen auszufüllen und um den neuen Wagen abzuholen. Als ich allerdings  rein kam, hatte mich keiner erwartet, kein Wagen war für uns reserviert, der Chef hatte noch nicht einmal das ok gegeben, ob wir überhaupt einen Ersatzwagen bekommen würden. Das war der erste Schock.

Dann wurde mir gesagt wir müssten für die Abschleppkosten aufkommen, das würde so im Kleingedruckten stehen. Da habe ich dann nachgelesen und reklamiert. Auch das musste mit dem Chef besprochen werden.

Ach ja, und hatte ich erwähnt, der Chef war nicht im Büro, denn es ist Samstag.

Dann bekam ich x-Seiten zum Ausfüllen für die Versicherung. Als ich um Hilfe beim Englisch bat, wurde mir nur unhöflich gesagt, sie könne mir nicht sagen, was ich ankreuzen soll, schliesslich war sie nicht dabei.

Das war der Moment, wo ich meine Sachen nahm, mich in die Ecke setzte und erst einmal heulte, denn irgendwie hatte ich den Eindruck im falschen Film zu sitzen. Ich war nicht Schuld am Unfall und hatte konstant das Gefühl, mich verteidigen zu müssen.

Als ich mich beruhigt hatte, und das Formular ausgefüllt war, wollte ich es fotografieren für meine Unterlagen, das wurde mir verboten.

Dann kam die erste gute Nachricht: Obwohl der Chef sich noch nicht gemeldet hatte, würde ich ein Auto bekommen. Ich müsste nur bis 8 Uhr warten, denn man musste noch ein Nummernschild besorgen.

Also wartet ich. Als ich den neuen Vertrag unterschreiben wollte, sah ich, dass auf einmal die 2000 Dollar Franchise wieder auftauchten, für die wir eigentlich eine Versicherung abgeschlossen hatten. Ich reklamierte. Mir wurde einfach mitgeteilt, dass weil ich den Unfall hatte, die Versicherung scheinbar nicht mehr existiert und ich auch keine neue abschliessen kann. Zu dem Zeitpunkt war ich nicht mehr resolut genug, um dagegen zu halten. Ich wollte nur noch raus und weg.

Also nahm ich den Wagen entgegen, der doch wesentlich älter und etwas kleiner ist als der erste und fuhr los. Meine 3-stündige Fahrt führte mich wieder an der selben Stelle vorbei, wo gestern der Unfall passiert ist. In Waihi hielt ich an, um mir etwas Gutes zu gönnen.

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Gegen 12 Uhr war ich dann wieder bei meinen Lieben. Nach dem ich erzählt hatte, was am Morgen passiert war, regte sich Lara und Stéphane schrecklich auf. Ich hatte die Kraft nicht mehr. Was können wir schon machen? Ich habe keine Ahnung, ob es rechtens ist, dass sie uns die Versicherung nicht mehr gegeben haben. Das Ergebnis ist, dass wir für jeden noch so kleinen Schaden am Auto auf jeden Fall die 2000 Dollar zahlen müssen, auch wenn wir keine Schuld haben.  Für mich zeigte sich mal wieder, dass sich alles nur um’s Geld dreht und dass das Versicherungsgeschäft und deren Ethik mir nicht liegt. Aber ich versuche mich auf die positiven Sachen zu konzentrieren, denn gerade an solchen Tagen geht es darum ‚to count your blessings‚.

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