The Guest House by Rumi

This being human is a guest house.
Every morning a new arrival.

A joy, a depression, a meanness,
some momentary awareness comes
as an unexpected visitor.

Welcome and entertain them all!
Even if they’re a crowd of sorrows,
who violently sweep your house
empty of its furniture,
still, treat each guest honourably.
He may be clearing you out
for some new delight.

The dark thought, the shame, the malice,
meet them at the door laughing,
and invite them in.

Be grateful for whoever comes,
because each has been sent
as a guide from beyond.

Das war das Gedicht, dass ich während meiner Morgenmeditation gehört habe. Ich soll also alle Erfahrungen, alle Probleme, alle Schwierigkeiten, alle Sorgen wie nette Gäste in mein Haus einladen, wenn sie denn schon einmal vor meiner Tür stehen. Dass ich das mit Freude, Glück, Anerkennung, Stolz, Gesundheit… machen kann, fällt nicht schwer zu verstehen, aber auch mit all ihren bösen Zwillingen? Nun gut, ich werde es mal probieren.

Heute war ein besonderer Tag. Die Mädchen sind heute offiziell das letzte Mal mit mir in den Garten zum Arbeiten gekommen. Am Montag beginnt die Schule und dann geht es nicht mehr. Eigentlich wollte ich uns den ganzen Tag frei nehmen, aber beide wollten unbedingt heute Vormittag noch einmal hin. Sie fühlen sich dort so wohl, so aufgehoben, von so viel Spass, Freude, vorbehaltloser Akzeptanz umgeben, dass der Aspekt des Arbeitens sie nicht abschreckt. Ich bin sehr stolz auf beide. Ich bekomme immer wieder Komplimente über sie. Sie haben mehrere Leute um ihre Fingerchen gewickelt und spielen und tollen mit ihnen umher, als ob sie sie schon ewig kennen. Beide in sehr unterschiedlicher Art und Weise: Alina einfach drauf los. Lara viel ruhiger und überlegter.

Aber heute darf ich auch stolz auf mich sein. Das ‚fleissige liebe Mädchen Anja‘ hatte eine heftige Diskussion mit der ‚ich kann und will heute nicht Anja‘ und es wurde der Kompromiss gefunden, dass das fleissige Bienchen heute körperlich eine Pause braucht und gemütlich auf dem Feld ernten geht und sich körperlich nicht wieder im Forrest Garden verausgabt. Normalerweise hätte ich, als Martin mich im Kreis gefragt hat, ob ich weiter im Forrest Garten arbeiten möchte, ja-gesagt. Dieses Mal nahm ich meine Zivilcourage zusammen und sagte, mein Körper bräuchte eine Pause. Sofort klopfte das schlechte Gewissen an meine Tür. Wegschicken konnte ich den Gast ja auch nicht, Rumi hatte gesagt…, und dann blieb der ungeladene Gast bis zur Teepause und zog dann weiter. Danach war alles wieder ok. Meine Töchter wurden, als ich noch auf dem Feld arbeitete mit einem Ritual vom Garten verabschiedet und haben jetzt Sommerferien – bis Montag 🙂

Den Nachmittag haben wir nicht viel gemacht. Whisky gekauft, Wäsche gewaschen, warm gebadet, die Mädchen sind mit Stéphane Badminton spielen gegangen, Tee getrunken und jetzt werde ich mir einen Whisky gönnen. Cheers!

Und ich weiss auch schon, wo wir unsere nächsten Ferien verbringen könnten. Bei Frédéric in Frankreich.

day32Mein Gott, dieses Fotografiererei macht mich noch wahnsinnig…