Aufgewacht und der erste Gedanke war wieder der Ferienpass. Ich frage mich, warum mich das alles so beschäftigt. Ist es, weil ich unzählige Stunden in die Organisation gesteckt habe und jetzt natürlich irgendwie nur die Sachen zu hören bekomme, die Probleme machen? Ist es, weil die Art und Weise der Kritik oftmals verletzend auf mich wirkt und kein Gedanke daran verschwendet wird, dass man vielleicht selber auch etwas falsch gemacht haben könnte? Ist es, weil ich immer alles perfekt machen möchte? Ist es, weil ich dieses Mal meine Fehler nicht selber beheben kann, sondern sie von einer anderen Person behoben werden müssen, was ein noch öffenlicher machen der eigenen Schwächen automatisch beinhaltet? Ist es, weil ich oftmals die Erfahrung gemacht habe, dass andere IMMER alles besser wissen? Ist es, weil ich keinen Abstand herstellen kann? Ist es, weil ich Kritik persönlich nehme? Ist es, weil ich gerne Anerkennung und nicht Schimpfe bekomme…?

Jetzt, 13:01 Uhr habe ich vier Stunden Buchhaltung für Ray’s Opportunity hinter mir und obwohl ich Buchhaltung so gar nicht gerne mache und eigentlich auch keine Ahnung davon habe, geht es mir gut. Ich war für die 4 Stunden in einem Büro mit zwei anderen Personen, und auch wenn ich eigentlich alleine gearbeitet habe, war ich nicht alleine. Es hat Spass gemacht, humorvoll ironisch miteinander zu reden, es hat mir gut getan, dass man mir vertraut. Ich habe jetzt einen Schlüssel zum Büro und war doch erst zweimal hier. Es ist ein gutes Gefühl. Jetzt hoffe ich nur, ich habe es auch einigermassen richtig gemacht. Der Buchhalter wird sich hoffentlich die Zeit nehmen, mir das online tool genauer zu erklären, damit auch alles passt. Die Gefühle vom Morgen sind vorbei, ich kann wieder lächeln.

Lara und Alina haben mich von der ‘Arbeit’ abgeholt und dann sind wir gemeinsam heim gegangen, haben uns schnell umgezogen, unsere Fahrräder genommen und sind zur ansässigen Dallas Dhu Distillery gefahren, die seit 1983 geschlossen ist und jetzt als Museum dient.

Das Museum ist toll. Man kann in jede Maschine schauen, alles ist offen und zum Anfassen. Auch für Kinder ist es toll, da wir alle diese neumodischen Dinger bekommen hatten, die man sich nur ans Ohr halten muss und schon bekommt man seine Erklärung, d.h. die Kinder konnten in ihrer eigenen Geschwindigkeit, den auf den Boden gemalten Füssen nachrennen.

Schule ist auch so ein Thema. Es läuft hier schon anders als bei uns zu Hause. Ich habe heute beiden Klassenlehrern eine Notiz mitgegeben, sie möchten mir doch bitte einen Stundenplan geben, damit ich weiss, wann die Kinder Sport haben. Antwort: Sportsachen sollten in der Schule bleiben. Dann sind sie flexibel. Nun muss man ja wissen. Und Alina hatte schon den ersten ‘Konflikt‘ mit einem Lehrer. Die Sportlehrerin will, dass die Kinder ALLEN Schmuck ablegen, auch Ohrstecker, auch Freundschaftsbänder. Jetzt werden wir am Wochenende das Freundschaftsband versuchen, aufzuknoten und für die Ohrstecker werde ich einen Brief mitgeben. Alina hatte schon so oft entzündete Ohrlöcher, dass ich das ständige rein und raus nicht brauche. Lara hat noch etwas interessantes. Ihr Lehrer nutzt eine Internetseite, die wie eine Feedbackseite, ein Kommunikationskanal, ein Elternbuch funktioniert.

ClassDojo

Ihr seht, heute hatte Lara 3x 1 Punkt bekommen für gutes Zuhören. Ich kann dem Lehrer eine Nachricht schicken. Er hat allerdings noch nicht geantwortet. Lara hat auch einen Zugriff auf diese Seite und kann z.B. das Monster persönlich gestalten. Ich bin mal gespannt, wie sich das entwickelt. Unsere Englischlehrer könnten dieses Tool nutzen. Dann lernen die Eltern gleich mit 🙂 Freunde finde beide auch langsam. Es ist witzig, ihnen zu zuhören, wenn sie versuchen, sich auf Englisch auszudrücken. In einem Monat wird es schon ganz anders sein. Morgen geht Lara angeblich noch im Chor singen. Mal sehen, was sie darüber erzählt.

day38in der Dallas Dhu Distillery