Es lebe das Hausfrauendasein.

Heute habe ich mir mal die Freiheit erlaubt, nirgendwo ausser Haus zu arbeiten, sondern mich im Haus aufzuhalten. Da wir das Wochenende weg fahren wollten, galt es alle Wäsche zu machen, den ganz neuen Staubsauger durch alle Zimmer zu jagen, Sandwiches für die Reise vorzubereiten, den Reis vom Vortag in ein warmes zvieri zu verwandeln, Sachen zu packen – ach ja, und dann habe ich ja auch noch die Buchhaltung für den August abgeschlossen und die Buchhaltung für den Ferienpass kontrolliert und Probleme in beiden gefunden und gelöst. Stéphane arbeitete vormittags noch im Büro und fror sich den … ab.

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Die ursprünglichen Stunden, die ich hatte, verpufften im Nichts und bevor ich es gewahr wurde, war es schon 15:40 und die Kinder standen in Tür. Und schon war mein Nervenkostüm am Anschlag. Lara, meine liebe Tochter, stand in der Tür mit klitschnassen Haaren und durchgeweicht vom Regen und hielt dabei ihre Jacke in der Hand. Nein, sie hatte sie nicht angezogen, sondern trug sie heim. Ich bin fast ausgeflippt. Lara leistet sich in letzter Zeit doch oftmals solche Geschichten. Und nie wollte sie es, immer tat es ihr leid. Ich weiss einfach nicht, wie damit umgehen. Sie scheint manchmal, jeglichen gesunden Menschen verloren zu haben. Ich bin also offen für sämtliche Meditationsübungen, damit ich Ruhe bewahren kann.

Auf jeden Fall waren wir um 16 Uhr bereit, loszufahren. Unsere Fahrtroute, die ungefähr 3 1/2 Stunden brauchte, führte uns durch wunderschöne Landschaften. Schottland ist so zu beschreiben. Da gibt es Berge. Es gibt Klippen. Es gibt Sandstrände. Es gibt Hochebenen. Es gibt Lochs. Es gibt nur noch wenig Wald. Es gibt einsame ‚single track‚ Strassen, wo immer nur ein Auto fahren kann. Es gibt frei laufende Schafe die immer Vorfahrt haben. Es gibt Brücken, endlose Horizonte. Es gibt Weite und Freiheit.

Die letzten 30 Minuten unserer Fahrt waren anstrengend, da das Licht schlecht war, Rehe raus kamen und ich die Schafe nur noch schlecht sehen konnte. Und all das auf ausschliesslich ‚single track‚ Strassen. Irgendwann gegen 21 Uhr kamen wir endlich an der Jugendherberge in Durness an, bezogen unser Zimmer und waren ziemlich schnell eingeschlafen.

day53Abendbrot in der Natur mit bibbernden Kindern, Steine sammeln und traumhaft schöner Umgebung