Ich bin tot müde. Warum? Nun, erst einmal bin ich heute früh wieder früh aufgestanden – nämlich um 7:00 Uhr, dann hatten wir einen doch recht hektischen Start in den Tag mit Meditation, Kinder wecken, Frühstück vorbereiten und essen und auf’s Fahrrad um 08:25, um pünktlich zum Arbeitsbeginn in Cullerne Garden zu sein. Das sind immerhin fast 8 km von hier. Das ist unser Weg.

Cullerne Garden ist der Garten für Gemüse in Findhorn Foundation. X-hektar an Gemüsebeeten finden sich hier. Das ist für mich der schönste Ort in der Foundation. Hier kann ich meine Seele baumeln lassen, hier kann ich in der Erde wühlen, platzen, Unkraut jäten, ernten. Alles, was im Garten gemacht wird, ist nicht Arbeit, sondern wird hier ‚Love in Action‘ genannt.

Es geht darum, bewusst bei der Arbeit zu sein. Auch die unangenehmsten Jobs mit Integrität, Bewusstheit, Liebe und vielleicht sogar mit Hingabe zu erledigen. Meine ‚Love in Action‘ am Vormittag war, Courgette Pflanzen von Unkraut zu befreien und am Nachmittag habe ich Kompost gemacht. Das war super. Ich habe so viel gelernt. Erkenntnisse:

  1. nur wenig gekochte Essensreste in den Kompost geben
  2. rohe Nahrungsmittel, Eierschalen, Teebeutel, Kaffeesatz und Unkraut mit einem Spaten zerkleinern
  3. Kompost ist grün und braun und zwar im Verhältnis 40:60
    • grün… Gemüse
    • braun… Pferdedung, Karton
  4. Schichtensystem
    • erste Schicht zerkleinerte Lebensmittel
    • zweite Schicht zerkleinerte Unkräuter
    • dritte Schicht Pferdedung
    • vierte Schicht Basalt Rock Dust (Lime soll auch super sein)
  5. Der eigentliche Kompost wird immer wieder vergrössert. Wir haben also den bereits existierenden mit einer Mistgabel Luft gegeben, dann haben wir Eierkartons draufgelegt, diese begossen, unsere neue Schicht hinzugefüht, alles mit Stroh bedeckt und dann mit einer schwarzen Plane zugedeckt. Nach 2 Monaten soll es den besten Kompost geben!!!!

Nach der Vormittagsschicht von 9-12 blieben wir gleich im Garten, assen dort unser mitgebrachtes Picknick, lasen und träumten ein wenig, bevor dann um 14:00 zur Nachmittagsschicht geklingelt wurde. Ja, im Garten wird geleutet: zum Arbeitsbeginn, zum Pausenbeginn, zum Pausenende und zum Arbeitsende.

Und Pausen sind hier echte Pausen, keine verkorsten Teamsitzungen. Nein, hier wird Tee getrunken, etwas gegessen und gesungen. Paradisisch.

Nun, die Arbeit, besonders die am Nachmittag, hat schon Kraft gekostet, aber die richtige Herausforderung war die Fahrradfahrt nach Hause. Gegenwind non stop. Da musste ich sogar die Kinder auf ihren Rädern schieben. Ich werde bestimmt gut schlafen. Gute Nacht.

day8