Countdown Schottland – 7 Tage. Cullerne Garden. Schulschluss. SoulCollage® Abschied.

Die Mädchen hatten sich am Dienstag jede ein Buch aus der Boutique mitgenommen, um ein Abschiedsgeschenk für ihre Klassen zu basteln (siehe blog Culture Day). Jede freie Minute haben sie darauf verwendet. Und Lara wurde heute früh kurz vor 8 Uhr endlich fertig, nachdem sie schon um 6:30 Uhr weitergemacht hatte.

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Ich war so dankbar, dass ich mich wieder fast ganz normal bewegen konnte, dass ich mich morgens auf meinen Drahtesel setzte, um nach Cullerne Garden zu fahren. Es war wieder ein wunderschöner Herbstmorgen, und den wollte ich unbedingt draussen verbringen. Ich habe Jogger oft sagen gehört, dass, wenn sie längere Zeit nicht joggen gehen, es regelrecht vermissen – nun für’s Joggen ist mir das nie passiert 🙂 aber für’s Fahrradfahren. Ich war am Montag zum letzten Mal in der Woche mit dem Fahrrad gefahren, denn mein Po hatte so weh getan, dass ich mich nur noch humpelt bewegen konnte, deshalb genoss ich, diese 25 Minuten von Forres nach Findhorn zu fahren sehr.

Dort angekommen, ist es für mich schon alles Routine: Umziehen, Glocke, Kreis, sich verbinden mit dem Hier und Jetzt, Name und Gemütszustand sagen, “Love in Action” von den Gärtnern hören, sich fragen, wohin man sich gezogen fühlt, Arbeiten, Teepause – STOP… die hatte ich schon so lange nicht mehr, da ich in den vergangenen Wochen, wann immer es Erntemorgen war (Mo-Mi-Fr), in der Pause das Gemüse gewaschen habe. Und wenn ich mit dem Waschen fertig gewesen bin, hatte die Glocke geläutet und weiter ging es mit der Arbeit. Heute entschied ich mich, etwas zu verändern. Zuerst fragte ich Marc, der alles Gemüse gewogen hat, was er trinken und essen möchte, bereitete es ihm vor, so dass er auch etwas essen und trinken konnte, liess die Badewanne voll Wasser laufen und ass und trank in der Zwischenzeit. Als die Wanne voll war, war ich es auch 🙂

Und weil ich so ein gutes reichhaltiges Zwischenfrühstück gehabt habe, ging ich nicht ins CC zum Mittag, sondern ins Blue Angel Café und genoss meine Pause bei einer Tasse Kaffee und einem Mandelcroissant, während ich Karten schrieb an Freunde, von denen ich mich hier verabschieden muss. Vorher hatte ich noch kurz in der Boutique vorbei geschaut und einen wunderschönen Rock von Monsoon, meiner absoluten Lieblingsmarke, die ich mir leider aber fast nie leisten kann, gefunden. Jetzt muss er nur noch passen.

Danach fuhr ich mit dem Fahrrad wieder heim, um meine beiden Töchter am Ende ihres letzten Schultages von der Schule abzuholen. Alina kam als erste raus und war trauriger, als ich sie in Gurmels gesehen habe. Sie will wieder hier her, sie will hier leben, in die Schule gehen. “Mama, versprich mir, wir kommen wieder…” Lara schien es einfacher zu haben. Bei ihr gab es keine Tränen.

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Ich werde mal die nächsten 60 Minuten ausblenden, in denen es hauptsächlich um vergessene Sachen in der Schule ging, in denen ich ziemlich wütend auf Lara war, in denen ich sehr wütend auf Lara war, meine Laune erhielt einen kräftigen Dämpfer für eine Weile, bis ich mich wieder gefangen hatte, aber ich wollte die Zeit ja überspringen…

Etwas verspätet trafen wir uns mit einer Freundin und ihrer Tochter im Findhorn Park, genossen die Natur und schauten uns Häuser an. Kleiner Schlenker durch die Boutique, um wieder ein Buch mitzunehmen, und dann zum Abendbrot ins CC. Am Freitag gibt es nämlich auch DESSERT, und den hatten wir uns verdient. Das Gartenteam war auch fast vollständig da, denn es war Peter’s letzter Tag von seinem 6-monatigen long-term LEAP Programm. Er fährt wieder nach Australien zurück, um in 6 Monaten wieder zu kommen. Die Kinder lieben ihn und waren eigentlich mehr an deren Tisch als bei uns – ce la vie.

Anschliessend hatte ich mich noch mit Toni verabredet, um SoulCollage® zu machen. Meine Freundin stiess dazu und Stéphane fragte beim Abendessen, ob er nicht auch mitmachen könnte. Wir wollten es uns im Upper CC gemütlich machen, ich hatte bereits alle meine Karten ausgebreitet, die Kerze brannte, die Meditation war fertig, jeder hatte eine Karte und einen Engel gewählt, und ich war gerade am “Ich bin die, die…“, als die Tür aufging, und eine Seminarleiterin uns höflich aber sehr bestimmt aufforderte, den Raum zu verlassen. Er sei gebucht, und auch wenn die Gruppe nicht drinne sei, dürften wir ihn nicht nutzen. In Rekordzeit haben wir alles zusammengesammelt und in die Annex des CC gebracht, um dann mit einer Geräuschkulisse eines Pubs unsere Arbeit fortzusetzen. Einfach war es nicht. Aber der Prozess ist gut und hält das aus. Irgendwann gegen 20 Uhr wurde es auch leiser. Ich genoss diesen Abend sehr. Auch wenn er sehr emotional war, oder vielleicht weil er emotional war. Ich liebe meine Rolle des SoulCollage® Facilitators und gestern Abend hat mir gezeigt, dass ich auch gut darin bin. Toni und Stéphhane habe ihre Karten fertig, meine Freundin ist noch dran.

Und dann kam das erste richtige Verabschieden. Die Mädchen mussten sich von ihrer Freundin und ich von meiner verabschieden – etwas, was wir in den nächsten Tagen fast täglich machen werden. Wir werden uns wiedersehen, das ist mein Versprechen. Ob hier, in der Schweiz oder sonst irgendwo… wir werden uns wiedersehen.

Als wir zu Hause waren, habe ich es schon gemerkt, meine Po-Backe meldete sich wieder. Das Liegen im Bett war zwar nicht ganz so schmerzhaft wie am Anfang der Woche, aber schmerzhaft. Ich bin dankbar für alle Therapieideen, denn so kann ich keine 9 Tage, geschweige denn 9 Monate weitermachen.

day88